Stellenwert des Hundes im Leben der Menschen

Am 4. September 2021 ist zum ersten Mal der Schweizer Tag des Hundes. Ein Grund zum Feiern!

Dies ist ein Anlass, um über den Stellenwert des Hundes für uns Menschen nachzudenken. Denn in all den Jahren, seit Menschen Hunde halten, hat sich die Rolle des Hundes ziemlich gewandelt. 

„Unsere Hündin ist ein Familienmitglied. Meine Kinder dürfen mit ihr aufwachsen und durch sie den Umgang mit Tieren lernen. Sie ist für uns ein Freund. Zudem ist sie immer da und urteilt nicht. Die vielen schönen gemeinsamen Stunden in der Natur oder zuhause bedeuten uns viel.“ Sandra K.

Seitdem der Hund domestiziert ist, gehört der Hund zum Menschen dazu. Er jagte an seiner Seite und bewachte das Eigentum und das Vieh. Ein bescheidener und nahezu anspruchsloser Helfer. Diese Rolle hatte der Hunde sehr lange inne. Irgendwann kamen weitere Aufgaben dazu. Er wurde als Schosshund für reiche Damen gezüchtet, später wurde er zum Spielgefährten von Kindern und schlussendlich kamen all die «modernen» Arbeitsplätze dazu. Denn Hunde verrichten oftmals unverzichtbare Arbeit für uns Menschen. (In unserer Blogreihe «Arbeitshunde» erfahrt ihr mehr darüber.) Bei der Polizei, im Sozial- oder Gesundheitswesen und auch bei allerlei Rettungseinsätzen sind Hunde von grossem Nutzen. Dort werden sie nach wie vor sehr geschätzt. Nun ist es aber so, dass es immer mehr Hunde gibt, die keinen Job haben, der vielen Menschen zugutekommt. Hunde, die bei Privatpersonen leben, welche den Hund nicht für eine spezifische Arbeit einsetzen, gibt es viele. Was macht das mit dem Ansehen des Hundes?

Mein Hund bedeutet mir sehr viel. Er verschafft mir einen geregelten Tagesablauf und viel Bewegung an der frischen Luft, wobei ich meinen Tag verarbeiten kann. Dadurch haben sich meine jahrelangen Schlafprobleme in Luft aufgelöst. Zudem ist er immer für mich da und bringt jeden Tag Freude in mein Leben.“ Myriam

Stand heute leben rund eine halbe Million Hunde in der Schweiz. Somit zählen Hunde zu den beliebtesten Haustieren überhaupt. Kein Wunder, denn Hunde gibt es in so vielen verschiedenen Variationen, dass für jeden der Passende dabei ist. Ob gross oder klein, sportlich oder gemütlich, langhaar oder kurzhaar – für jeden gibt es den perfekten Hund. Leider bedeutet die grosse Nachfrage auch, dass viel mehr Hunde gezüchtet werden. Und dies ruft wiederum unseriöse Händler auf den Plan, was wiederum mehr «Problemhunde» nach sich zieht. 

Hunde gibt es eigentlich überall auf der Welt. Sie sind nicht mehr wegzudenken. Selbst an den abgelegensten Orten findet man die Vierbeiner. Daher könnte man davon ausgehen, dass sie dazu gehören. Doch in der heutigen Zeit ist das nicht mehr so einfach. Manchmal entsteht der Eindruck, dass es zwei Lager gibt. Die einen Menschen lieben Hunde, die anderen können sie nicht ausstehen. Da wir Menschen immer mehr werden und dichter aufeinander wohnen und leben, sind auch die Hunde mittendrin. Dies passt nicht jedem. Das erfährt man zum Teil durch Äusserungen, welche man sich als Hundehalter anhören muss, aber auch durch extreme Aktionen wie das Verteilen von Giftködern. Immer restriktivere Gesetze versuchen zudem das «Problem Hund» aus der Welt zu schaffen. Leinenpflicht ist mittlerweile fast überall da gesetzlich vorgeschrieben, wo man den Hund laufen lassen könnte. «Gefährliche Rassen» werden ungeachtet ihres Wesens mit einer Maulkorbpflicht belegt. Zudem haben Hunde immer öfter Zutrittsverbot auch in öffentlichen Anlagen und mit Schildern wird man darauf hingewiesen, dass der Hund hier sein Geschäft nicht verrichten darf. Ein Hund darf nicht mehr bellen, er darf nicht schnüffeln, sich nirgendwo erleichtern. Deswegen stelle ich mir oft die Frage, ob Hunde in unserer Gesellschaft überhaupt noch einen Platz haben. Es wären jedoch gerade Hunde, die uns so viel geben könnten. Sie helfen uns in vielen Belangen. Sie zeigen uns was Vergebung, Verantwortung und Loyalität bedeuten. Sie sind für die Besitzer meist nicht nur ein Haustier, sie sind Familienmitglieder. Sie nehmen uns so, wie wir sind, spenden uns Trost, Wärme und Zuneigung. 

Für mich sind meine Hunde, tierische (das Wort habe ich bewusst gewählt, weil man einen Menschen nicht ersetzen kann!) Familienmitglieder. Ich habe mich bewusst für sie entschieden und nehme somit die Verantwortung auf mich, sie zu umsorgen, zu pflegen und sie zu unterstützen in guten und in schlechten Zeiten. Sie haben sich das Leben bei mir nicht ausgesucht. Deswegen sehe ich mich in der Pflicht sie bedürfnisgerecht in unserer Gesellschaft zu begleiten und dabei die Persönlichkeit des Individuums nicht zu vergessen. Für mich ist es eine Beziehung/Verantwortung wie bei einem Kleinkind. Nur das ich egoistischerweise dem Hund viel früher ein Verhalten antrainieren kann, welches auch mich im Alltag unterstützen könnte.“ Sandra G.

Unsere Welt ist aber auch nicht einfach für unsere Hunde. Überall sind Menschen, Lärm, Hektik und andere Stressoren, die unsere Hunde verarbeiten müssen. Nicht jeder Hund ist dafür geschaffen unter solchen Bedingungen zu leben. Das hat oft gestresste und überforderte Hunde als Folge, welche sich aus Sicht der Gesellschaft «daneben benehmen». 

Dass Hunde manchmal so verachtet werden, liegt aber meist nicht an den Tieren selbst, sondern an den Hundehaltern. Schaffen wir uns also unsere Probleme selbst? Leider gibt es immer noch viele, die meinen, keine Rücksicht auf andere nehmen zu müssen. Das Problem kennen wir ja bereits von Hundehaltern untereinander. Den eigenen Hund anleinen, wenn ein anderer entgegenkommt, verkraftet manches Hundehalter-Ego nicht. Da kommt es öfter zu Streit. Genau so verhalten sie sich dann auch in der restlichen Umwelt. «Mein Hund kommt zuerst!» Egal, ob er einem Jogger nachhetzt oder vor das Fahrrad läuft, weil er mal wieder nicht hört, im Wald jagen geht oder fremde Leute anspringt. (Natürlich möchte er nur hallo sagen.) Dieses egoistische Verhalten ist vielen Menschen verständlicherweise ein Dorn im Auge. Alle Halter und ihre Hunde in den selben Topf zu schmeissen, ist aber auch keine Lösung. 

Wer einen Hund besitzt, weiss in den meisten Fällen sehr genau, was er an seinem Tier hat. Der Grossteil der Hundebesitzer liebt seinen Hund sehr und möchte nur das Beste für den Vierbeiner. Gerade wir in der Schweiz leben in einem sehr privilegierten Land und können es uns leisten, ein Hund aus reinem «Vergnügen» zu halten. Dies wird zumindest von aussen oft so betrachtet. Dass viele Hunde auch als «einfache Familienhunde» mehr sind als nur ein Haustier, wird von Nichthundebesitzern oft nicht verstanden. Der Hund nimmt im Zusammenleben oft einen wichtigen sozialen Part ein. Entweder indem er mit seiner Anwesenheit das Alleinsein vergessen lässt, oder indem er die Menschen mit anderen Menschen zusammen führt. Dies ist beispielsweise gerade bei älteren Leuten der Fall. Mit einem Hund gehen sie raus und kommen einfacher ins Gespräch. Hunde haben für ihre Besitzer demnach einen sehr hohen Stellenwert, und dies zurecht. 

Also für mich bedeuten unsere zwei Hunde alles. Sie helfen mir sehr, mich zu beruhigen. Wenn ich mit Yuna spazieren gehe, hilft es mir, meinen Kopf zu lüften und Stress abzubauen. Mit ihnen zu kuscheln ist einfach schön. Sie hören immer zu, auch wenn es kein anderer tut, und sie reden nie rein.“ Jana

Wünschenswert wäre ein allgemein respektvoller Umgang. So könnten diejenigen, die möchten, von diesen wundervollen Geschöpfen profitieren. Andere können aber ungestört und ohne Angst oder Ärger ein friedliches Leben führen. Durch ein vorbildliches Vorleben der Mensch-Hund-Beziehung kommen vielleicht andere auch auf den Geschmack.

Happy Schweizerischer Tag des Hundes.

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