Fellpflege

Das Fell unserer Hunde verrät viel über seinen Gesundheitszustand. Ist es glänzend, deutet dies auf einen gesunden Hund hin. Ist das Fell jedoch stumpf und matt, kann es sein, dass dem Hund etwas fehlt. Denn wie bei uns brauch auch das Hundehaar Nährstoffe, damit es schön wächst. Fehlen diese durch Krankheiten, psychische Beanspruchung des Körpers (z.B. Stress) oder falsche Fütterung, spiegelt sich das im Fell wider. 

Felltypen

Durch die Domestizierung der Hund haben sich im Laufe der vergangenen Jahrhunderte viele verschiedene Hunderassen entwickelt. Wobei man zuerst auf die Alltagstauglichkeit achtete (Arbeitshunde) gab es immer mehr Hunderassen, welche mehr wegen ihres Aussehens gezüchtet wurden. So haben sich viele verschiedene Felltypen entwickelt. Manche davon sind der ursprünglichen Natur des Hundes angepasst, andere nicht so sehr. Deswegen kommt man nicht umhin, gewisse Hunde mit ihrem Fell auf die eine oder andere Weise zu unterstützen. 

Lang- und Kurz-Stockhaar: Dieses sogenannte Doppelfell schützt Hunde besonders vor Kälte und ist dem ursprünglichen Fell des Wolfes am ähnlichsten. 

  • Beispiel: Husky

Kurzhaar: Dieses Fell ist glatt und eng am Körper anliegend. Es kommt sowohl mit als auch ohne Unterwolle vor. 

  • Beispiel mit Unterwolle: Labrador Retriever
  • Beispiel ohne Unterwolle: Galgo

Langhaar: Wie der Name schon sagt, erreicht das Fell bei langhaarigen Hunden eine bestimmte Länge. Es kommt mit dichter, kurzer und fehlender Unterwolle vor.  

  • Beispiel dichte Unterwolle: Bobtail 
  • Beispiel kurze Unterwolle: Setter
  • Beispiel ohne Unterwolle: Yorkshire Terrier

Wellhaar: Das spezielle Wellhaarkleid wächst stetig und weist eine leichte bis starke Lockung auf. Da die Hunde oft keine Unterwolle aufweisen und kaum haaren, eignen sie sich eher für Allergiker. 

  • Beispiel dichte Unterwolle: Puli
  • Beispiel wenig/ohne Unterwolle: Pudel

Rauhaar: Das feste, wasserabweisende Rau- oder Drahthaar wird durch eine dichte Unterwolle ergänzt. Da die Haare nicht von allein ausfallen, bedarf es einer speziellen Fellpflege (trimmen).

  • Beispiel: Rauhaardackel

Besitzt der Hunde ein zweischichtiges Fell, dünnt die Unterwolle im Frühjahr aus und verdichtet sich im Herbst wieder. Die Unterwolle ist weich und flaumig. Der Wechsel ist einerseits genetisch bedingt, passt sich aber auch der Tageslichtlänge und den herrschenden Temperaturen an. Sowohl für die Unterwolle wie auch für das Deckhaar braucht man eine geeignete Bürste, um den Fellwechsel zu erleichtern. Beide Haartypen sterben wie bei uns mit der Zeit ab und fallen aus. Dies gilt nicht für das Rauhaar. 

Funktion des Fells

Das Hundefell soll einerseits den Hund vor Kälte aber auch Wärme schützen. Der von der Haut abgesonderte Talg, pflegt das Fell und schützt es vor Nässe. Bei Hunden mit Unterwolle und Deckhaar bildet sich eine Art Luftkissen, welches die Wärme konserviert. So frieren die Hunde weniger schnell. Hunde ohne Unterwolle brauchen oft einen wärmenden Mantel, um die Körperwärme zu speichern. Das Fell schützt auch vor direkter Sonneneinstrahlung. Hunde mit kurzem, hellen Fell oder vielen unbehaarten Stellen müssen speziell vor der Sonne geschützt werden, weil sie sich leichter verbrennen.

Das Fell dient aber auch als Kommunikationsmittel. Hunde untereinander kommunizieren zum Beispiel, indem sie das Nacken- und Rückenfell aufstellen. Berührungen am Fell werden über Nervenzellen an den Haarwurzeln als Impulse ans Gehirn weitergeleitet. Je nach Interaktion werden so entsprechende Hormone ausgeschüttet. 

Bürsten

Das Bürsten löst aber nicht nur abgestorbenes Fell und Hautschuppen aus, es erfüllt auch andere Zwecke. Es wirkt dem Verknoten und dem Verfilzen (bes. Langhaarhunde) entgegen und hilft, Schmutz aus dem Fell zu bekommen. Zudem kann das Bürsten eine Wohltat für viele Hunde sein. Wenn es von Welpe an gelernt wird und schrittweise aufgebaut wird, lernt der Hund sich zu entspannen und geniesst die Massageeinheit, auch wenn es mal kurz etwas ziepen kann. So eine Massage entspannt nicht nur, es fördert zudem die Durchblutung, die wiederum die Abwehrkräfte und die Schutzbarriere der Haut stärkt. 

Gesundheit

Bürstet man seinen Hund regelmässig, ist es immer auch eine Chance Parasiten (z.B. Flöhe, Zecken), Verletzungen oder Hautkrankheiten frühzeitig zu entdecken. Gerade bei Hunden mit einem dichten Fell erkennt man solche Sachen sonst eher spät. Zum Beispiel bleiben Hot Spots lange unentdeckt. Nur das häufige Kratzen und Lecken des Hundes deutet darauf hin, dass etwas unter dem Fell brodelt. Jeder Hund, egal ob mit kurzem oder langem Fell, sollte regelmässig gebürstet werden. 
Verfilzt das Fell durch Mangel an Pflege, kann die Haut nicht mehr richtig atmen. Es können Hautekzeme oder Pilzinfektionen entstehen. 
Baden sollte man Hunde so wenig wie möglich und so oft wie nötig. Zu vieles Waschen trocknet die Haut und das Fell aus. Man sollte rückfettendes Hundeshampoo ohne Duftstoffe verwenden. Duftstoffe wären für die sehr sensible Hundenase zu viel. 

Die richtige Fellpflege ist für jeden Hund wichtig. Tierärzte, Züchter und Hundefriseure können euch adäquat Auskunft über die Bedürfnisse eurer Hunde geben. 

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