Rasseportrait – Pudel

Der Pudel, eine bisher seit langem verschmähte Hunderasse findet ihren Weg zurück in die Herzen der Menschen. Denn die Vorzüge, welche Pudel mit sich bringen, können nicht weiter ausser Acht gelassen werden. Aber lest am besten selbst.

Üppige Haarpracht

Herkunft

Seit wann es den Pudel schon gibt, ist unklar. Gewiss existierten pudelähnliche Hunde aber bereits seit dem Mittelalter. Um die Herkunft wurde lange gestritten. Offiziell gilt Frankreich als Herkunftsland. Aber auch Deutschland hat von Anfang an in der Entstehungsgeschichte der heutigen Pudel-Rasse mitgemischt. Das Wort «Pudel» stammt aus dem altdeutschen Puddeln, was so viel wie «im Wasser planschen» bedeutet. 
Ursprünglich wurden Pudel im 14. Jahrhundert als Jagdhunde für Wildgeflügel, vor allem Wasservögel, eingesetzt. Mit der Zeit hat er sich aber immer mehr zum Begleit- und Familienhund gewandelt. 

Warum hast du dich in diese Rasse verliebt?
Marianne: Ich wollte einen Hund, der nicht haart, der handlich in der Grösse ist, mit dem man stundenlang wandern kann und der mich auch auf kleineren Ausritten begleitet. Er soll aber nicht durchdrehen, wenn mal zwei Tage nicht viel läuft.

Aussehen

Das Aussehen ist vermutlich das grösste Kriterium, welches dem Pudel in den letzten Jahren lange im Weg stand. Denn er wird seit vielen Jahren für die eigenwilligen Schurformen belächelt. Dass es auch anders geht, beweisen immer mehr Pudelbesitzer, welche ihre Hunde ohne extravaganten Frisuren halten. 
Es gibt zwei Arten von Pudel, die sehr seltene Form des Schnürenpudels und der wohl bekanntere und weitverbreitetere Wollpudel. Sein feines, gelocktes Fell erinnert an ein flauschiges Schäfchen. Die Farbvariationen reichen von Weiss, Grau über Silber, Schwarz, Apricot bis zu falfarben. Dies gibt ein bunter Mix und für jede Präferenz ist was dabei. 
Die langen Beine tänzeln in einem leichtfüssigen Gang. Der Kopf ist eher schmal und hat einen langen Fang.

Den Pudel gibt es in unterschiedlichen Grössen:

  • Toypudel: < 28cm
  • Zwergpudel: 28-35cm
  • Mittelpudel: 35-45 cm
  • Grosspudel (Königspudel): 45-60cm
Von klein….
…bis gross

Charakter

Der Pudel ist bekannt für seine Intelligenz. Er ist ein Hund, der sehr lernfähig und wunderbar für verschiedenste Hundesportarten zu begeistern ist. Zudem zeichnet er sich als geduldigen, menschenbezogenen und loyalen Begleiter aus. Der Pudel ist ein umgänglicher Hund und ein fröhlicher, freundlicher Zeitgenosse, einfach ein idealer Hund. Er hat einerseits eine sehr lebhafte Art, ist unternehmungslustig und arbeitswillig. Andererseits zeichnet sich der Pudel durch sein ruhiges Gemüt aus. Ausserdem sind sie sehr anpassungsfähig und ist daher für viele Lebensumstände geeignet.  Der verspielte Pudel lässt sich gerne zu so manchem Quatsch auffordern. Der Jagdtrieb ist bei den meisten Pudeln nicht mehr gross vorhanden. Vielmehr ist er heutzutage apportierfreudig. 

Was macht für dich den Pudel aus?
Marianne: Der Pudel integriert sich so problemlos in seine Familie, weil er unbedingt gefallen will. Bei einer liebevollen konsequenten Führung in jungen Jahren ist er ein wunderbarer Begleiter, der sich in jede Situation fügt und mit seiner fröhlichen, sanften Art nirgends aneckt.

Haltung

Da der Pudel nicht haart, eignet er sich oft auch für Allergiker. Das besondere Fell braucht aber eine spezielle Fellpflege. Es muss regelmässig gebürstet werden, damit es nicht verfilzt. Zudem muss der Pudel ab und zu geschoren werden, da sein Fell ja nicht von allein ausfällt. Da die Wolle nicht sehr fettreich ist, haben viele Pudel nicht den typischen Hundegeruch. 
Dass im Pudel viel mehr steckt als ein Modepüppchen, wird zum Glück seit vielen Jahren immer bewusster. Die grossartigen Hunde werden auf Grund ihres Charakters immer mehr für wichtige Aufgaben ausgebildet. So werden Pudel zum Beispiel als Rettungs- und Blindenhunde, aber ganz besonders auch als Therapiehunde eingesetzt. 
Der Pudel bringt die besten Voraussetzungen mit, um ein guter Begleiter zu werden. Aber auch er hat Bedürfnisse und muss früh sozialisiert und erzogen werden, um das volle Potenzial auszuschöpfen. 

Auch Pudelwelpen brauchen Erziehung!

Was ist der grösste Irrtum, wenn es um Pudel geht?
Marianne: Wer meint, der Pudel kommt schon erzogen zur Welt, irrt sich gewaltig. Im ersten Jahr versucht er mit viel Charme den Halter zu erziehen. Da braucht es oft Durchhaltevermögen.

Gesundheit

Die Priorität bei der Zuchtauswahl wandelt sich seit Jahren vom Aussehen zur Gesundheit und Langlebigkeit der Hunde. Pudel gelten als eine Hunderasse, die sehr alt werden kann. Die typischen Krankheiten wie PRA, Katarakt, HD und Patella-Luxation sind mehrheitlich gut im Griff bei renommierten Züchtern. 

In den letzten Jahren ist es ein wahrer Trend geworden, alle möglichen Hunderassen mit Pudeln zu kreuzen. Die so entstandenen „Doodles“ (vom Englischen „Poodle“) erobern momentan die Haushalte. Der Anfang machten die Golden- und Labradoodles. Andere folgten. Mit den Kreuzungen möchte man die guten Eigenschaften beider Rassen, besonders aber die Vorzüge des Pudels (Charakter, Fell -> Aussehen, haaren nicht) in einem neu kreierten Hund vereinen. Hierbei gilt besonderen Wert auf die Gesundheit der Elterntiere zu legen, damit nicht prädestinierte Krankheiten beider Rassen eingekreuzt und vererbt werden.

Ein Labradoodle

Für welche Leute ist der Pudel geeignet?
Marianne: Der Pudel ist sowohl für Einzelpersonen wie auch Familien mit Kindern jeden Alters geeignet. Für Hundehalter mit harter Hand und lauter Stimme ist der Pudel nicht geeignet.

Wie man sieht, ist der Pudel eine vielfältige und ganz besondere Rasse, welche viele Jahre zu unrecht unterschätzt wurde. Mit der richtigen Erziehung ist ein toller Begleiter, der viel Freude bereitet und sich fast überall pudelwohl fühlt.

Hungrige Pudelwelpen – I’m in love!

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