Stubenreinheit

Das erste, was man einem Hund beibringen möchte, ist wohl, dass er stubenrein wird. Wenn man das Thema konsequent angeht und einen guten Plan hat, sollten sich schon bald Erfolge einstellen. Gerne gebe ich euch ein paar nützliche Tipps mit auf den Weg. 

Training

Hunde werden zwar nicht stubenrein geboren, dennoch achtet die Mutterhündin besonders in den ersten Wochen darauf, dass der Wurfplatz sauber bleibt, indem sie die Hinterlassenschaften der Welpen aufleckt. Das klingt im ersten Moment ziemlich eklig, ist aber praktisch. Denn Hunde mögen es nicht, wenn ihr Schlafplatz verdreckt ist. Und genau diese Eigenschaft macht man sich später beim Stubenreinheits-Training zu Nutze. 

Sobald ein Welpe ins Haus kommt, startet das Training. Oder noch besser, bevor er das erste Mal ins neue Zuhause kommt. Wenn man mit dem Welpen nach Hause kommt, sollte man ihn sich zuerst draussen lösen lassen. Dies kann durchaus ein paar Minuten dauern. Nehmen sie sich Zeit dafür und gönnen sie dem kleinen Racker etwas Ruhe und reden sie nicht auf ihn ein. Die Trennung von Geschwistern, Mutter und der gewohnten Umgebung ist sehr stressig für einen kleinen Hund. Am besten sucht man sich einen ruhigen Ort aus und verweilt dort so lange, bis der Kleine sein Geschäft verrichtet hat. Sollte dies auch nach ein wenig Warten nicht der Fall sein, probiert man es etwas später noch einmal. 

Wenn der Welpe sein Geschäft draussen erledigt hat, das Lob nicht vergessen!

Anschliessend ist es wichtig, alle paar Stunden (anfangs ca. alle 2 Stunden, später alle 3-4 Stunden) rauszugehen. Man sollte eine Routine entwickeln, woran der Welpe sich orientieren kann. Welpen können erst ab ungefähr der 14. Woche ihre Schliessmuskeln bewusst steuern und auch das will trainiert sein. Doch mit etwas Geduld und konsequentem Training bringt man das in der Regel gut hin. Zu beachten ist, dass es bei den Welpen sehr unterschiedlich lange dauert, ein bisschen wie bei uns Menschen, bis sie «stubenrein» sind. 

Wenn der Welpe sich draussen gelöst hat, lobt man ihn. So lernt er, dass es toll ist, wenn er es draussen macht. Man kann sogar mit der Zeit ein Signal aufbauen, damit der Hund auf Kommando sich löst, sollte man das mal brauchen. Generell gilt, je weniger der Hund ins Haus macht, desto schneller versteht er, dass er nur draussen sein Geschäft verrichten soll. 

Wie bereits erwähnt beschmutzen Hunde nicht gerne ihren Ruheplatz. Deswegen haben sie, je älter sie werden, immer vermehrt den Drang, dass sie sich weit weg davon lösen. Einige Hunde erledigen ihr Geschäft nicht mal im eigenen Garten. Sie zeigen also immer öfter von sich aus an, wenn sie nach draussen müssen, wenn sie das Prinzip verstanden haben. 

Anzeichen:

  • Unruhe
  • Im Kreis drehen
  • Am Boden schnuppern
  • Aufhalten vor der Türe
  • Fiepen/winseln

Auch Management ist gefragt. Ist dein Hund noch nicht stubenrein, kann man ihm auch eine saugfähige Unterlage hinlegen. Denn Hunde bevorzugen etwas weiches unter den Pfoten. Diese Unterlage sollte aber so bald wie möglich aus dem Haus verschwinden, denn sonst lernt der Hund, dass das sein Klo wird. Beobachtet den Hund genau. So erkennt ihr die Anzeichen (wie oben beschrieben) und könnt handeln (den Hund nach draussen bringen), bevor etwas passiert. In der Nacht muss man anfangs auch raus. Boxentraining kann sich hier bewähren. Lässt man den Welpen in der Nacht in einer grossen Box in seiner Nähe schlafen, wird er sich bemerkbar machen, wenn er mal muss.

WICHTIG: Beim Boxentraining bitte das Tierschutzgesetz beachten.

Eine Box für die Nacht kann helfen.

Grundregeln

Keine Panik! Bis jetzt ist noch jeder Hund stubenrein geworden, wenn man das Training richtig aufgebaut hat. Also habt etwas Geduld. Geht trotz allen Vorsichtsmassnahmen mal etwas daneben, schimpft nicht mit dem Hund. Denn so verknüpft er die Strafe und der Stress mit dem «sich lösen». Damit erreicht man nur, dass der Hund sich zukünftig eine ferne Ecke weg von euch sucht, um sein Geschäft zu machen. Das kann nicht das Ziel sein! Putzt es einfach weg und versucht das nächste Mal die Signale früher zu erkennen. Reinigt die Stelle gründlich, damit der Untergrund im Haus nicht zum Lieblingslöseplatz wird (bedenkt, dass Hunde viel besser riechen und Duftnoten länger und besser wahrnehmen als wir). Bleibt aber auf jeden Fall immer ruhig und verbreitet keine Hektik. 

Als Faustregel gilt:

Immer mit dem Welpen nach draussen nach dem …

  • Spielen
  • Schlafen/Ruhen
  • Fressen
  • Trinken (längere Trinkphase)
Nach dem Spielen raus gehen.

Es lohnt sich einen Löseplatz zu etablieren. Wenn man immer an denselben Ort geht und den Welpen belohnt, wenn er sich dort löst, dann verknüpft er das sehr schnell. Bedenkt, dass auf der Gassirunde das Lösen durchaus vergessen werden kann, weil der Welpe so beschäftigt ist und vielen Reizen nachgeht. In diesem Fall sollte man sich noch einen Ort suchen, an dem einfach nichts passiert und abwarten. Denn erst wenn der Hund entspannt, löst er sich auch. 

Nach dem Fressen raus gehen.

Damit wir uns richtig verstehen – „Raus gehen“ heisst nicht „eine Wanderung unternehmen“, sondern einfach den Hund an einen idealen Löseplatz bringen und warten, dann den Hund wieder reinbringen.

Nach dem Schlafen/Ruhen raus gehen.

Erwachsene Hunde

Holt man sich einen erwachsenen Hund ins Haus, heisst das nicht automatisch, dass er stubenrein ist. Vielleicht hat er es nie gelernt, es falsch verknüpft oder er hatte gar nie die Möglichkeit (Zwingerhaltung). Hier gilt es also ein ähnliches Training zu befolgen, wie bei einem Welpen. Nur kann der erwachsene Hund, sofern er gesund ist, seine Schliessmuskeln von Anfang an bewusst steuern und lern so allenfalls schneller stubenrein zu sein. 

Einen fixen Löseplatz etablieren hilft am Anfang.

Wird ein erwachsener Hund, der einmal stubenrein war, plötzlich inkontinent, sollte man die Ursache dafür suchen. Beim Urinieren könnte es eine Blasenentzündung oder eine Wasservergiftung sein. Kotet der Hund im Haus deutet es auf einen Magen-Darm-Infekt oder eine Allergie hin. Hält das Problem an, sollte man ihn medizinisch untersuchen lassen. Immer eine Möglichkeit ist auch eine Muskelschwäche, besonders bei älteren Hunden. 

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