Belohnung

Den Hund belohnen, wenn er etwas richtig gemacht hat. Das klingt so einfach. Man stellt sich vor, der Hund führt ein Kommando aus und es gibt ein Leckerli. Aber so simpel ist es leider nicht. Denn nicht jeder Hund nimmt dasselbe als eine Belohnung war. Bei Belohnung denken wir oft an Futter. Belohnung ist aber vielseitiger, was uns im Alltag und im Training zugutekommt. Es lohnt sich also, sich mit dem Thema Belohnung genauer auseinander zu setzen. Denn es kann sehr hilfreich und ein wichtiges Tool sein. 

Passende Belohnung finden

Verschiedene Situationen verlangen auch unterschiedliche Belohnungen. Macht euch eine Liste, was euer Hund mag. Das können die verschiedensten Dinge sein, wie diverse Leckerli, Spiele, Bewegungen, Aufgaben oder Sozialkontakte. 

Milas Belohnungsliste:

  • Käse
  • Hühnerherzen
  • Leberwurst
  • Kokoswasser
  • Ball
  • Plüschigel
  • Anschleichen
  • Suchspiele
  • Buddeln
  • Rennen
  • Stirn kraulen
  • Trick „Umrunden“
  • Trick „Drehen“

Uns muss bewusst sein, dass ich Vorlieben im Laufe der Zeit ändern können. Deswegen sollte die Belohnungsliste von Zeit zu Zeit überarbeitet werden. Die Belohnungen haben eine gewisse Abstufung und sind nicht alle gleichwertig. Viele Belohnungen wie Futter sind sofort einsetzbar. Für andere muss man ein Signal aufbauen (z.B. bei einem Trick) oder ein Verhalten, welches nicht immer gewünscht ist, mit einem Signal versehen (z.B. Buddeln). Auch Verhaltensweisen, welche auf den ersten Moment unerwünscht erscheinen, wie zum Beispiel den Müll ausräumen und nach Esswaren durchstöbern, können als „Belohnung“ genutzt werden. Man kann dem Hund eine entsprechende Alternative anbieten. Bei diesem Beispiel kann man eine Kartonkiste mit zerknülltem Papier füllen und Leckerlis darin verstecken. Auf Kommando darf der Hund die Kiste durchwühlen und seine Leckerlis herausfischen. Hier ist nicht das Futter in erster Linie die Belohnung, sondern das Wühlen und Suchen. Mit etwas Fantasie kann jede unliebsame Angewohnheit in einen sinnvollen Kanal der Belohnung gelenkt werden. 

Belohnungsideen

Wie bereits erwähnt gibt es verschiedene Arten von Belohnung. Schaut genau hin und erkennt so, was in welcher Situation eine Belohnung ist für euer Hund. Auch wenn der Hund Streicheleinheiten geniesst, heisst es nicht, dass er diese auch in einer angespannten Situation als Belohnung wahrnimmt. Nur durch solche Beobachtungen kann man den Hund richtig belohnen. Je schwieriger eine Aufgabe für den Hund ist, desto hochwertiger sollte die Belohnung sein. Kommt ein Hund auf Abruf ohne Ablenkung kriegt er zum Beispiel ein Stück Trockenfutter. Kann man ihn aber aus einem Spiel mit anderen Hunden abrufen, darf es ruhig eine „bessere“ Belohnung sein. 

Futter: Um herauszufinden, welche Futterbelohnungen für deinen Hund am hochwertigsten sind, kann man mit einer Auswahl testen, in welcher Reihenfolge der Hund das Futter auswählt. Dieser Test sollte mehrmals wiederholt werden. Hier sind den Vorlieben keine Grenzen gesetzt. (Nassfutter, BARF, Ei, Käse, Karotten, Leberwurst, Apfel, Quark…)
Auch die Darbietung des Futters kann variieren. Anstatt dem Hund die Belohnung nur hinzuhalten, kann man es ihm auch zuwerfen, es wegkugeln, verstecken oder ein Gegenstand damit befüllen (z.B. Kong). Wenn der Hund etwas auflecken oder etwas kauen darf, hat das zusätzlich eine entspannende und beruhigende Wirkung. 

Spielzeug: Die meisten Hunde lieben es zu spielen und präferieren ein oder zwei Spielzeuge besonders. Diese Spielzeuge sollten nicht zur freien Verfügung stehen, um sie besonders zu halten. Auch hier kann die Darbietung auf verschiedene Weisen erfolgen. Werfen, verstecken oder um das Spielzeug rangeln befriedigen diverse Bedürfnisse des Hundes. 

Umweltbelohnung: Einige Hunde lieben Wasser, andere rasen gerne über Wiesen, wieder andere lieben es den Weg abzuschnüffeln. Löcher buddeln, sich wälzen und Stöcke zerkauen, die Umwelt bietet sie viele Belohnungsmöglichkeiten. Seid kreativ und beobachtet unterwegs, was euren Hunden Spass macht. 

Soziale Belohnungen: Hier unterscheidet man zwischen dem Sozialkontakt zu anderen Hunden oder zum Menschen. Wenn euer Hund sich für Artgenossen interessiert, kann es für ihn eine Belohnung sein, wenn er zu ihnen hindarf. Auch andere Menschen begrüssen kann man als Belohnung einsetzen. Soziale Interaktionen mit dem eigenen Menschen wiegen für viele Hunde hoch. Streicheln, gemeinsam Rennen, kuscheln oder anspringen sind nur wenige Ideen. 

Arbeit: Soll das Arbeiten nicht belohnt werden? Ja, aber für einige Hunde ist die Aktivität an sich bereits eine grosse Belohnung. Einerseits kann es damit zusammenhängen, dass er dem Menschen gefallen möchte und gerne etwas mit ihm unternimmt. Andererseits sind Arbeiten wie eine Suche/Jagen sehr ursprünglich und setzen Hormone frei, welche den Hund belohnen. Auch Tricks, die gerne ausgeführt werden und in jeder Situation gut sitzen können eine gute Belohnung darstellen. 

Belohnung vs. Bestechung

Bestechen ist, wenn man dem Hund die Belohnung in Aussicht stellt, bevor er das gewünschte Verhalten gezeigt hat. Belohnen hingegen ist, wenn man dem Hund die Belohnung gibt, nachdem der Hund das Verhalten gezeigt hat. Oft sieht man, dass Leute schon während sie ein Kommando verlangen, in die Leckerlitasche fassen. Das bemerkt der Hund natürlich sofort. Auch Menschen, die die Leckerlis immer in der Hand halten gibt es oft, damit sie den Hund schnell belohnen können. Beim Aufbau eines Signals ist das auch gar nicht schlimm, da man oft am Anfang mit Locken/Bestechen arbeite damit der Hund lernt was den das gewünschte Verhalten überhaupt ist. Viele Hundehalter bleiben dann aber dabei. Das führt dazu, dass viele Junghunde dann gar nicht mehr mitarbeiten, wenn die Besitzer nicht die allerbesten Leckerlis in der Hand halten.
Deswegen empfehlen wir immer mit Leckerlitasche zu arbeiten und vor allem darauf zu achten, dass zuerst das Lobwort resp. der Marker kommt und erst dann die Handbewegung zur Leckerlitasche. Viele Hundehalter möchten das richtige Verhalten sofort belohnen und ihnen ist nicht bewusst, dass sie mit einem Marker mehr Zeit rausholen, um eben genau solche Situationen zu vermeiden! 
Bestechen ist übrigens auch, wenn man zum Beispiel das Leckerli ins Auto wirft, damit der Hund hineinspringt. 😉

Nehmt euch doch als Ziel, dass ihr mal genau hinschaut, was für euren Hund wirklich eine Belohnung ist und welche Präferenzen er hat. Wenn ihr Belohnungen auf verschiedenen Ebenen habt, kann der Hund auch belohnt werden, wenn die Leckerlis mal zuhause vergessen werden. 

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