Rasseportrait – Rottweiler

Zu den Rassen, welche immer wieder in Verruf geraten, gehört definitiv der Rottweiler. Film und Fernsehen bedienen sich gerne am Klischee des zähnefletschenden, beisswütigen Hundes. Auch durch verschiedene Vorfälle in der Gesellschaft, wurde diese Rasse in den Augen der Menschen immer mehr zur blutrünstigen Bestie. Dass diese Rasse aber eigentlich ganz andere Qualitäten hat, möchte ich mit diesem Blog zeigen. 

Warum hast du dich in diese Rasse verliebt?
Manuela Sturm: Angezogen auf den ersten Blick hat mich das Aussehen, ihr Blick, ihre Grösse und Kraft. Zudem ist er ein toller Wächter und Lebensbegleiter. Auf den zweiten Blick war es die enge Beziehung, die der Hund zu seiner Familie sucht und dass er für alles zu haben ist. Hauptsache, er darf dabei sein. Unsere Roxy hat einen tollen Charakter!

Herkunft

Die Rottweiler waren bereits im römischen Reich beliebte Arbeitshunde und zählen damit zu den ältesten Hunderassen der Welt. Die Römer verwendeten die grossen Hunde vor allem als Hirt- und Treibhunde für ihr Vieh. In Rottweil war zu dieser Zeit der grösste Viehmarkt. So kamen die Hunde mit ihren Viehherden in diese Stadt, welche als Namensgeber fungiert und als Ursprung gilt. Die Metzger wussten den Charakter der Rottweiler ebenfalls zu schätzen. So bekamen die Hunde auch den Übernamen «Rottweiler Metzgerhund». Aber auch im Krieg und sogar in der Arena bei Schaukämpfen wurden die Rottweiler eingesetzt. Zudem dienten sie als Beschützter von Hab und Gut, da sie mit ihrer imposanten Erscheinung sehr abschreckend wirkten. Nach dem Mittelalter verloren sie allmählich ihre ursprünglichen Aufgaben als Treibhunde. 

Seit 1910 ist der Rottweiler offiziell als Diensthund anerkannt. Heute sind viele Vertreter der Rasse als Dienst- und Spürhunde im Militär oder bei der Polizei im Einsatz. Ihre respekteinflössende Erscheinung, aber auch ihr enormer Arbeitswille sind Gründe für diese Verwendungszwecke. Aber auch andere Organisationen sind auf den idealen Arbeitshund aufmerksam geworden. So sind Rottweiler mittlerweile auch in Rettungsstaffeln und sogar als Blindenhunde im Einsatz. 

Aussehen

Wer schon einmal einem Rottweiler begegnet ist, weiss, wie imposant dieser Hund daherkommt. Sie sind trotz ihrer grossen Körpermasse nicht plump – im Gegenteil. Rottweiler sind muskulöse, athletische Hund mit einem gedrungenen Körper und einem festen, geraden Rücken. Rüden sind ca. 50kg schwer und werden bis zu 68cm gross. Hündinnen fallen etwas kleiner und leichter aus. Das Fell ist glänzend schwarz mit rotbraunen Abzeichen (Backen, Fang, Halsunterseite, Brust, Läufe, über den Augen, unter der Rutenwurzel). Es ist dicht und setzt sich aus dem Deckhaar und der Unterwolle zusammen. Der massive, breite Schädel unterstreicht die Wucht des Hundes. 

Was macht für dich den Rottweiler aus?
Manuela Sturm: Der Rottweiler ist selbstdenkend und Entscheidungen fällt er auch mal selbst. Der Mensch soll freundlich zu ihm sein und sich seine Kooperationsbereitschaft verdienen. Okay, die Pubertät ist lang und manchmal etwas herausfordernd. Aber sobald die Hierarchie geklärt ist, entsteht ein wunderbares Band der treuen Freundschaft.

Charakter

Hingegen der landläufigen Meinung ist der Rottweiler ein loyaler, anhänglicher Hund, der im Haus ruhig und entspannt ist. Draussen tobt er sich, wie jeder Hund, gerne aus. Er ist gutmütig, nervenfest und unerschrocken – also ein sehr robuster Hund. Sein Arbeitswille macht ihn zu einem tollen Begleiter für Hundesportarten jeglicher Art. Er liebt es, etwas mit seinem Besitzer zusammen zu machen und seine Intelligenz sinnvoll einzusetzen. Der sportliche Hund ist wendig und ausdauernd. Der Rottweiler ist wachsam und selbstbewusst. 

All diese Charakterzüge bedingen eine seriöse Zucht und eine gute Aufzucht und Sozialisation. Aber wieso soll das bei einem Rottweiler anders sein als bei jedem anderen Hund auch. Denn Fakt ist, gerät ein Rottweiler in die falschen Hände, kann er so gefährlich werden, wie andere Hunde in seiner Grösse. 

Für welche Leute ist der Rottweiler geeignet?
Manuela Sturm: Willensstarke, geduldige Menschen, die den Rottweiler nicht als Statussymbol sehen, in geregelten Verhältnissen leben und bereit sind, Zeit in den Hund zu investieren. Der Besitzer muss klar die Führung seines Hundes übernehmen und üben in jeglichen Alltagssituationen vorausschauend zu handeln. Optimal ist es, wenn ein Rotti von klein auf bei seinem Besitzer sein darf. Ich denke als Anfängerhund ist er eher schwieriger. Aber es ist machbar. Es wird schon einiges an Verhaltenstraining gefordert. Schliesslich möchte man einen gut erzogenen Hund. Und ob jetzt 10 kg oder 40 kg an der Leine zerren, ist schon ein Unterschied. Der Besitzer sollte sich zudem überlegen, wie laste ich meinen Hund aus, damit es nicht zu Verhaltensstörungen kommt. Ich denke, es braucht eine gute Mischung zwischen Kopf-/ Nasenarbeit, körperlichem Auspowern beim Laufen oder Schwimmen, Verhaltenstraining für den Alltag und spielen mit anderen Hunden, sofern es das Tier will. Und natürlich gaaanz viel Kuscheleinheiten. 

Haltung 

Wie bereits erwähnt, ist der Rottweiler ein Hund, der gerne bei seinem Menschen ist und auch gerne etwas mit ihm unternimmt. Er braucht ausreichend Beschäftigung und Bewegung. Hundesportarten wie Obedience oder Mantrail, aber auch viele andere eignen sich hervorragend für den Rotti. 

Da der Rottweiler als Listenhund gilt, sind die Haltungsbedingungen je nach Land und Region sehr unterschiedlich. An vielen Orten haben sie Leinen- oder Maulkorbpflicht. Vor der Anschaffung sollte man sich demnach informieren, welche Auflagen man für die Haltung erfüllen muss. 

Leider kommt es immer wieder zu schlimmen Zwischenfällen, die aber ungenügenden Haltung, Erziehung und Sozialisation geschuldet sind. Die Medien zerreissen dabei immer die Rasse, anstatt die Menschen dahinter für das Geschehene verantwortlich zu machen. 

Der Rottweiler geniesst die Nähe und Zuneigung seines Menschen. Gut sozialisiert eignet er sich auch als Familienhund. Seine Masse und Kraft dürfen im Umgang mit Kindern aber nicht unterschätzt werden. 

Was ist der grösste Irrtum, wenn es um Rottweiler geht?
Manuela Sturm: «Der Rottweiler beisst!» Durch falsche Erziehung und Haltung gab es Zwischenfälle. Die Medien haben dies sehr heraufgeputscht, dadurch wurde sein Ruf schlecht.
Im Prinzip kann jeder Hund bei der Begegnung mit Menschen und Artgenossen feindselig reagieren und ungehemmt beissen! Daher ist sehr wichtig, dass der Halter lernt, die Signale seines Hundes zu lesen.

Gesundheit

Rottweiler werden durchschnittlich etwa 10 Jahre alt. Sie gelten als anfällig für Dysplasien und Herzprobleme. 
Betreffend der Fellpflege ist der Rottweiler nicht sehr anspruchsvoll. Gelegentliches bürsten reicht. Auch gebadet muss er nur in Ausnahmefällen werden. 

Der Rottweiler bringt also viel mehr tolle Eigenschaften mit, als man ihm anrechnet. Wenn er aus einer seriösen Zucht stammt und von klein auf gut sozialisiert und erzogen wird, kann der Rottweiler ein hervorragend loyaler Begleiter werden für seine Menschen.  

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