Hundebetreuung

So gerne man den Hund immer bei sich haben möchte, manchmal kommt man in Situationen, in denen man darauf angewiesen ist, dass sich jemand anderes um den eigenen Hund kümmert. Sei dies, weil man verreist, arbeitet, Termine hat oder zum Beispiel ins Krankenhaus muss. Jeder kann in diese Situation kommen. Deswegen ist es von Vorteil, wenn man sich bereits Gedanken dazu macht, bevor man sich einen Hund anschafft. Denn so kann man stressfrei planen und weiss seinen Hund in guten Händen. Natürlich gibt es verschiedene Möglichkeiten den Hund gut unterzubringen. Wichtig ist, dass ihr sowohl für euren Hund, aber auch für euch die richtige Lösung findet. 

Fremdbetreuung

Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie schwer es sein kann, seinen Hund jemand anderem anzuvertrauen. Die ersten paar Mal, als Mila abgeholt wurde von der Hundesitterin, musste ich mich echt zusammenreissen, dass ich nicht weinte. Es geht mir heute noch so, wenn ich weiss, dass ich sie ein paar Tage nicht sehen werde. Auch wenn ich weiss, dass sie super betreut ist und ich immer Bilder oder Videos als Updates bekomme. 

Generell gilt es ein paar Punkte zu beachten, wenn der Hund von einer anderen Person betreut wird. Damit man selber mit gutem Gewissen den Hund abgeben kann, ist es wichtig zu wissen, dass der Hund gut aufgehoben ist. Dazu zählt nicht nur, dass die Person zuverlässig und ehrlich ist, sondern auch, dass sie in der Lage ist, verschiedene Situationen zu managen. Jeder Hund ist anders und hat entsprechend andere Bedürfnisse und Eigenheiten. Unterwegs gibt es immer mal Situationen, die man nicht beeinflussen oder vorhersehen kann (z.B. Zusammentreffen mit fremden Hunden). Hier ist es wichtig, dass die Betreuungsperson den Hund handeln kann. Man sollte sich bewusst sein, dass immer etwas passieren kann. Das ist ja schliesslich bei einem selbst auch so. Der Hund kann sich beispielsweise im Spiel verletzen oder weil etwas auf dem Weg liegt. Für solche Fälle muss vorgängig geregelt sein, wie man in einer solchen Situation vorgeht (Besitzer verständigen, zum Tierarzt fahren…). Auch die rechtliche Situation ist zu klären. Der Hund ist immer in der Haftpflichtversicherung des Halters enthalten. Es muss aber auch geregelt werden, wie die Betreuungsperson versichert ist. 

Gemeinsam etwas erleben

Wenn man merkt, dass sich der Hund nicht wohlfühlt, sollte man herausfinden, woran es liegt und gegebenenfalls eine andere Betreuungslösung suchen. Denn wenn der Hund gestresst wird, kann das nicht die ideale Lösung auf Dauer sein. Die meisten Hunde geniessen allerdings die Abwechslung. Immerhin verbringen sie einen aufregenden Tag mit ihren Hundekumpels oder mit einem Menschen, der nur für sie Zeit hat. 

Seriöse Hundebetreuer erlauben einen transparenten Einblick in den Ablauf und scheuen keine Fragen. Gewerbsmässige Hundebetreuungsdienste werden regelmässig vom zuständigen Veterinärsamt kontrolliert. Macht euch aber immer auch selbst ein Bild. Sind die Hunde vor Ort gesund, aufgestellt und zufrieden? Ist die Unterbringung tiergerecht (genug Rückzugsort, Liegeplätze und Auslauf) und hygienisch?

Um den Hund an die Betreuung zu gewöhnen, empfiehlt es sich, Testläufe zu machen. Zum Beispiel geht man zusammen mit dem Hund zu den Freunden, die später auf ihn aufpassen sollen. Ein anderes Mal lässt man ihn dort für 1-2 Stunden und weitet den Zeitraum dann aus. Es gibt Hunde, die brauchen etwas länger, andere wiederum habe überhaupt kein Problem mit der neuen Situation. 

Checkliste:

  • Notfallnummer (wo man erreichbar ist)
  • Telefonnummer/Adresse des Tierarztes
  • Versicherung
  • Evt. Heimtierausweis
Die zwei haben eine super Zeit zusammen.

Auf alles vorbereitet

Hat man eine stimmige Betreuung für den Hund gefunden, ist das wunderbar. Allerdings gilt es zu beachten, dass in gewissen Fällen diese Betreuung eventuell nicht greift. Wenn eine Hündin zum Beispiel läufig ist, wird sie oft von Hundehorts und Hundesittern für die Zeit der Läufigkeit ausgeschlossen, da sonst andere Hunde einem extremen Stress ausgesetzt werden könnten. Auch wenn der Hund krank oder verletzt ist, kann man ihn nicht zu anderen Hunden geben. Ein weiterer Fall ist, dass die Betreuungsperson ebenfalls ausfallen kann, zum Beispiel, wenn sie in die Ferien fährt oder plötzlich krank ist. Für solche Fälle sollte man immer einen Plan B parat haben. 

Tipp: Wenn ich Mila für mehrere Tage abgebe, packe ich immer ihre Kuscheldecke, ihr Lieblingsspielzeug (Igel) und ein getragenes T-Shirt von mir ein. Obwohl ich weiss, dass es ihr super geht in der Betreuung, fühle ich mich so wohler. Denn sie hat etwas Vertrautes dabei. 

Mila mit Kuscheldecke, Igel und T-Shirt

Familie/Freunde

Naheliegend ist es, wenn man den Hund jemandem anvertraut, den man gut kennt. Vielleicht gibt es jemand, der gerne einen Hund hätte, aber nicht immer die Zeit dafür aufbringen kann. Oder jemanden, der bereits einen Hund hat und sich gut um noch einen Vierbeiner mehr kümmern kann. Denn seinen Hund in andere Hände zu geben braucht Vertrauen. 
In der Familie oder bei guten Freunden ist man sich sicher, dass der Hund nach bestem Wissen und Gewissen betreut wird. Zudem ist so die Unterbringung des Hundes um einiges kostengünstiger, als wenn man ihn professionell betreuen lässt. Ab und zu einen Blumenstrauss oder ein Feriensouvenir reicht in der Regel als Bezahlung aus. 

Sag es mit Blumen.

Privatperson

Es gibt viele Plattformen, auf denen Privatleute sich als Hundesitter anbieten. Natürlich ist das möglich. Dennoch sollte man sich die Personen genau anschauen, ob sie wirklich dafür geeignet sind, um auf euren Hund aufzupassen. Aber vielleicht schlägt man so zwei Fliegen mit einer Klappe. Ihr findet jemanden, der auf den Hund aufpasst und die andere Person hat die Möglichkeit Zeit mit einem Hund zu verbringen. Auf jeden Fall sollte man die Person vorgängig (mehrmals) treffen und genau beobachten, ob sie mit eurem Hund zusammenpasst und ihn in eurem Sinne behandelt. Kritische Fragen besonders auch zur bisherigen Erfahrung mit Hunden sollten gestellt werden dürfen. 

Tierheim

Zum Teil bieten Tierheime die Möglichkeit an, dass man den Hund bei ihnen zeitweise unterbringen kann. Man sollte aber bedenken, dass die Hunde dort in der Zeit in einem Zwinger leben und wenig bis gar keinen Kontakt zu Artgenossen haben und viel alleine sind, weil die Menschen sich nur begrenzt mit den Tieren beschäftigen können. Zudem sind sie nachts alleine. Der Stresspegel ist in einem Tierheim auf Grund der lauten Geräusche und der Aufregung tendenziell höher als an einem anderen Ort. 

Hundesitter

Viele, die regelmässig eine Betreuung brauchen (z.B. während der Arbeit), greifen auf Hundesitter zurück. Hundesitter haben in der Regel eine Ausbildung FBA (für gewerbsmässige Hundebetreuung) und im besten Fall noch eine weitere Ausbildung als Hundetrainer (z.B. Certodog). Sie können entsprechend Erfahrung mit Hunden vorweisen und auf ein fundiertes Fachwissen rund um den Hund zurückgreifen. Dieser Grund macht die Hundesitter-Betreuung meist etwas kostspieliger. Es gibt die Variante, dass die Hunde abgeholt werden, oder dass man sie zum Hundesitter bringt. Dieser geht in der Regel mit den Hunden spazieren und bringt sie wieder nach Hause. Wenn es sich um eine Ganztagesbetreuung handelt, muss abgeklärt werden, wo die Hunde die Mittagszeit verbringen. Hier sollte man darauf achten, falls der Hundesitter Halb- und Ganztagesbetreuung anbietet, dass die Hunde nicht den ganzen Mittag herumfahrend im Auto verbringen. 

Hundehort

Ein Hundehort ist vergleichbar mit einem Kinderhort. Man bringt die Hunde am Morgen hin und holt sie am Abend wieder ab (zum Teil können sie auch übernachten). Dort treffen ganz viele Hunde aufeinander. Zum Teil werden alle zusammengehalten, zum Teil in Gruppen separiert. Meist verfügt ein Hundehort über Innenräume und ein grosses Aussengelände. So können sich die Vierbeiner den ganzen Tag nach Lust und Laune austoben. Die Gefahr hierbei ist, dass sie, wenn nicht speziell darauf geachtet wird, nicht wirklich zur Ruhe kommen. Doch gerade an einem Tag mit viel Action wäre das wichtig. Der Hund muss gut verträglich sein mit anderen Hunden, damit er in der Gruppe gehalten werden kann. Ein Hundehortbetreiber braucht eine fachliche Ausbildung (siehe Hundesitter). 

Hunde könne ihr Sozialverhalten ausbauen bei fachgerechter Anleitung.

Hundepension

Pensionen sind Horten sehr ähnlich. Meist sind Pensionen für längere Aufenthalte ausgelegt (z.B. während Ferien). Dort können Hunde in Gruppen den Tag verbringen. Je nach Grösse der Pension ist aber auch eine Einzelhaltung möglich. 

Auf genügend Ruhe achten.

Egal wie ihr euch entscheidet, macht euch genug früh Gedanken zu diesem Thema und findet eine passende Lösung für euch und euren Hund, damit beide davon profitieren können. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.