Rasseportrait – Deutsche Dogge

Sanfte Riesen werden sie genannt. Denn riesig sind sie ohne Zweifel. Über ihre Sanftheit entscheiden verschiedene Faktoren. Zudem stellt sich die Frage, ist die grösste Hunderasse der Welt auch die Rasse mit den grossartigsten Hunden? Findet es heraus. 

Herkunft

Die tatsächliche Herkunft der Deutschen Dogge ist bis heute nicht restlos geklärt. Genetische Untersuchungen lassen aber vermuten, dass die ersten Hunde im 16. Jahrhundert aus Irland und England nach Deutschland importiert wurden, wo dann die Zucht weiterverfolgt und die Rassestandards festgelegt wurden. Eine Kreuzung aus Mastiff und Irischem Wolfshund ist wohl der Urahne dieser Rasse. Vor allem von Adligen wurden diese Hunde sehr geschätzt und divers eingesetzt. Für die Bären- und Wildschweinjagd, aber auch als Wach- und Begleithund leisteten die Deutschen Doggen treue Dienste. Sie galten jeher als sehr wertvolle Hunde und wurden auch entsprechend behandelt. Prominente Deutsche, wie Otto von Bismarck, förderten die Zucht dieser edlen Tiere.
Seitdem die Hunde mehr im Privathaushalt leben, wurden die Zuchtschwerpunkte mehr auf ein gutmütiges und ausgeglichenes Wesen gelegt. 

Aussehen

Zugegeben stellt die stolze Statur der Deutschen Dogge nicht nur auf Grund der imposanten Grösse, sondern auch wegen der ausgewogenen Proportionen eine tolle Erscheinung dar. Verständlicherweise fühlen sich viele Hunde aber auch Menschen erst einmal eingeschüchtert, wenn sie so einem Tier begegnen. Rüden haben ein Stockmass von mindestens 80cm, Hündinnen sind etwas kleiner. Der grösste Hund der Welt war Zeus, eine Deutsche Dogge aus den USA. Er mass stolze 112cm (Stockmass). Ob diese Art von Zucht, die nur auf die Grösse abzielt, noch vertretbar ist, sei dahingestellt. Er wurde bedauerlicherweise auch nur 5 Jahre alt. Dieses Schicksal ereilt leider viele Rassenvertreter. Denn die Lebenserwartung einer Deutschen Dogge ist nicht sehr hoch.

Letzte Woche verstarb der zu dieser Zeit grösste Hund der Welt (103cm), Freddy. Er war ebenfalls eine Deutsche Dogge.


Diese Rasse bringt locker 80-90kg auf die Waage. Umso wichtiger ist es, dass es nie zu einem Kräftemessen kommt. Da zieht man definitiv den Kürzeren. 

Das glatte kurze Fell weist Färbungen von schwarz, blau/grau, gold/gelb und rehbraun auf. Es gibt die Rasse einfarbig oder mit verschiedenen Mustern wie gestromt und gefleckt. 

Charakter

Besitzer von Deutschen Doggen haben immer wieder mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Dessen sollte man sich bewusst sein, bevor man sich für diese Rasse entscheidet. Für viele kann die Grösse einer Deutschen Dogge angsteinflössend sein. Wenn sie dann noch einen schlechten Gehorsam zeigt, machen die Leute verständlicherweise einen grossen Bogen. 

Bereits als Welpe sind Deutsche Doggen riesig.

Im Alltag ist die Deutsche Dogge sehr auf seine Menschen bezogen. Fremden gegenüber ist sie am Anfang eher reserviert. Die Rasse gilt als intelligent, feinfühlig und gutmütig. 

Allgemein ist sie sehr gut verträglich auch mit anderen Tieren und ist kein grosser Rabauke. Ihrer ehemaligen Berufung als Wachhund macht sie heute noch alle Ehre. Die Deutsche Dogge ist durchaus wachsam, bellt aber nicht viel. Bei der heutigen Zucht wird viel Wert auf einen sanften Charakter gelegt. 

Haltung

Wer mal gross und stark werden will, muss natürlich auch ordentlich wachsen. Gerade in den ersten Monaten wächst deshalb die Deutsche Dogge sehr schnell, was viele Probleme, gerade mit dem Bewegungsapparat mit sich bringen kann. Aus diesem Grund sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Dogge gelenkschonend aufwächst (kein unnötiges Treppenlaufen, keine heftigen Rangeleien, Bewegung verteilt auf den Tag, nicht überlasten). Richtig ausgewachsen ist die Deutsche Dogge erst mit ca. 2 Jahren. 

Die Giganten sind sehr beliebte Familienhunde, da sie als sehr kinderlieb und umgänglich gelten. Es ist jedoch Vorsicht geboten, da die Grösse und das Gewicht ein Kind schnell umhauen kann, auch wenn es keine Absicht des Hundes ist. Gerne werden sie auch als einfühlsame Therapiehunde eingesetzt. 

„Baby“-Dogge

Die Erziehung ist wie bei jedem Hund sehr wichtig, denn sie entwickeln schnell eine enorme Kraft. Da lohnt sich frühes, konsequentes (Leinen-)Training. 

Die Deutsche Dogge benötigt alles in XXL – Futternapf, Körbchen, Platz im Auto. Auch die Futtermenge und die damit verbundenen Kosten sind nicht zu unterschätzen. 


Obwohl die Dogge nicht zu den grossen Sprintern zählt, braucht sie dennoch jeden Tag ihren Auslauf. 

So pflegeleicht das Fell der deutschen Riesen ist, so sehr sollte man sich bewusst sein, dass die Hunde zum Sabbern neigen. Gerade Hunde, die mit grossen Lefzen gezüchtet werden, haben viel Speichelfluss.

Gesundheit

Die Deutschen Doggen sind leider eher anfällig für Krankheiten. Gerade durch ihre Grösse und das beachtliche Gewicht werden die Gelenke leicht in Mittleidenschaft gezogen. Ein Grund mehr, die Sehnen und Muskeln immer im Training zu halten. Dies erzielt man mit genügend Auslauf und spezifischem Training. Auch mentale Auslastung hält den Hund fit und ist durchaus gewünscht von den intelligenten Vierbeinern. 

Für folgende Krankheiten sind die Deutschen Doggen besonders anfällig:

  • HD/ED
  • Magendrehung
  • Knochenkrebs
  • Herzmuskelerkrankung (DCM)
  • Bindehautentzündung
  • Wobbler-Syndrom
  • Allergien

Die Krankheitsanfälligkeit spiegelt sich auch in der Lebenserwartung wider. Im Moment findet man Lebenserwartungen zwischen 6-10 Jahren. Leider sterben viele Deutsche Doggen eher früh. Gerade bei Extremzüchtungen (Grösse, spezielle Fellfärbung, grosse Lefzen) wird leider nicht viel Wert auf die Gesundheit gelegt. Deswegen gilt wie immer: «Augen auf bei der Züchterwahl

Ausgefallene Farben und Grösse stehen in direktem Zusammenhang mit der Lebenserwartung. 

Ob die Deutschen Doggen nun die grossartigsten Hunde der Welt sind, darf jeder selber für sich entscheiden. Eins ist aber sicher. Mit ihrem einzigartigen Erscheinungsbild und ihrem tollen Charakter spielen sie bestimmt vorne mit.

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