Rasseportrait – Chihuahua

Hola, muchachos! Heute geht es um die kleinste Hunderasse der Welt – der Chihuahua. Diese tolle Rasse erlangte traurige Berühmtheit durch Persönlichkeiten im Rampenlicht, welche die Hunde als Modeaccessoire missbrauchen. Dass dieser Ruf dem Zwerg absolut nicht gerecht wird, möchte ich in diesem Blog aufzeigen. Ich hatte die Freude mich mit einer engagierten Chihuahua-Besitzerin über diese tolle Rasse auszutauschen. 

Was macht für dich den Chihuahua aus?
Brigitte K.: Der Chihuahua ist klein und trotzdem ein Hund, solange man ihn auch so behandelt. Quasi ein Hund im handlichen Format. Zudem ist er ein totaler Clown und auch sehr clever!

Baby-Alarm

Herkunft

Der Ursprung dieser Rasse liegt im heissen Süden Amerikas. Genauer gesagt in Mexiko. Das genaue Alter der Rasse ist nicht bekannt. Die sogenannten Techichi galten bei den Tolteken und bei den Azteken als Wächter der Seelen im Jenseits und wurden als Opferhunde unter anderem bei Begräbnissen beigesetzt. Vielleicht wurden die Ur-Hunde in Südamerika später aber noch mit Hunden, welche spanische Seefahrer mitbrachten gekreuzt. Dies ist nicht genau überliefert. 
Sicher ist aber, dass sie ihren Namen der damals grössten Provinz in Mexiko zu verdanken haben. Von Chihuahua aus wurden die gleichnamigen Hunde im 19. Jahrhundert nach Amerika exportiert, wo die ersten Rassestandards festgelegt wurden. 

Wirbelwind auf vier Pfoten

Aussehen

Die kleinen, tapsigen Hunde sind zugegebenermassen schon sehr süss! Sie werden zwischen 1.5-3kg schwer. Es werden auch Chihuahuas zugelassen, die nur 500g schwer sind. Doch alles unter 1.5kg ist viel zu leicht und es ist fraglich, ob es bei so einer Zucht noch um das Wohl des Hundes geht. 

Langhaar-Chihuahua


Es gibt den Chihuahua mit kurzem und langem Fell. Die typischen Fledermausohren und die gebogene Rute sind beim Langhaar-Chihuahua befedert. Da der Chihuahua nur wenig bis gar keine Unterwolle besitzt, friert er in unseren Breitengraden sehr schnell. Es ist zu empfehlen bei kalten Temperaturen ihn mit einem Mäntelchen zu schützen. Von der Farbe her sind alle Fellfärbungen und Schattierungen erlaubt. Bei Merle ist aber wie immer Vorsicht geboten. 
Die dunklen Knopfaugen sind ein Markenzeichen des kleinen Chis. Sie sollten aber nicht hervortreten. 

Was ist der grösste Irrtum, wenn es um Chihuahua geht?
Brigitte K.: Dass man nichts mit ihm machen muss, weil er klein ist. Er tobt sich auch gerne draussen aus, erkundet die Umgebung und muss richtig erzogen werden. 

Charakter

Der Chihuahua ist ein verspielter, temperamentvoller und intelligenter Hund, der entgegen der häufigen Meinung einen grossen Bewegungsdrang hat. Der quirlige Racker tobt sich genauso gerne aus wie andere Hund und ist ein grosser Entdecker. 
Er ist sehr verschmust und mag seine Menschen. Zudem ist der Chihuahua ein selbstbewusster Hund, der sich manchmal etwas überschätzt. Zudem neigt er dazu bellfreudig zu sein. Bei einer guten, konsequenten Erziehung kann man das aber gut kontrollieren. 

Chihuahuas sind echte Geniesser.

Haltung

Ich gebe zu, bei den Welpenbildern verfalle auch ich in einen Zuckerschock. Trotzdem sollte man sich immer bewusst sein, dass es ein HUND ist. Dementsprechend sollte der Zwerg auch behandelt und konsequent erzogen werden. Klar kann man ihn mal hochheben oder auf den Schoss nehmen. Aber er hat vier Pfoten, um darauf zu gehen und die Welt zu erkunden. Er ist sehr lernwillig und wird gerne beschäftigt. Sofern die Grösse es zulässt, macht er auch alles gerne mit. Viele würden staunen, wozu dieser Hund alles in der Lage ist. 

Für welche Leute ist der Chihuahua geeignet?
Brigitte K.: Für Menschen, die ihn ernst nehmen und keinen grossen Hund wollen. Sie sollten aktiv sein, denn ein Chihuahua ist definitiv kein Stubenhocker. Wenn er mit Kindern aufwächst, ist er auch gut als Familienhund geeignet. Die Kinder sollten aber, wie bei jedem anderen Hund auch, entsprechend respektvoll mit dem Kleinen umgehen. 

Wer kann diesen Ohren schon widerstehen?

Ganz wichtig ist natürlich auch bei einem Chihuahua die Sozialisation. Sowohl mit der Umwelt und mit Menschen, aber auch mit anderen Hunden! Hierfür eignen sich besonders ruhigere Hunde, die sich kleine Wirbelwinde gewohnt sind, damit keine negativen Verknüpfungen gemacht werden. 
Wer einen Langhaar-Chihuahua besitzt sollte auf eine regelmässige Fellpflege achten, damit das Haarkleid nicht verfilzt oder zu sehr verknotet. 
Ansonsten ist der Chihuahua sehr einfach zu halten, braucht nicht ganz so viel Platz aber ausreichend Beschäftigung. (Ein super Beispiel seht ihr am Ende des Blogs, bitte den Link anklicken.)

The Gang – gut sozialisiert versteht der Chihuahua sich auch prima mit grösseren Hunden.

VORSICHT!

Bei der Haltung eines Chihuahuas ist auf Grund seiner Grösse und seines Gewichts bei bestimmten Sachen Vorsicht geboten. Er ist einfach empfindlicher als ein grosser, massiger Hund. 

  • Einklemmgefahr (z.B. bei Türen)
  • Spiel mit grossen Hunden (z.B. Pfotenhiebe, Bisse)
  • Absicherung durch Zäune (z.B. im Garten, engmaschiger Zaun!)
  • Absturzgefahr Balkon
  • Zerquetsch-Gefahr (z.B. wenn er sich unter einer Decke versteck, dass man sich drauf setzt oder am Boden drauftritt, gerade, wo es viele Leute/Fahrräder etc. hat)
  • Raubvögel (z.B. Welpen alleine im Garten könnten als Beutetiere gesehen werden)
  • Empfindliche Luftröhre (Geschirr wird empfohlen)
Mutig, intelligent und anhänglich – der Chihuahua

Gesundheit

Ein vernünftig und gesund gezüchteter Chihuahua ist widerstandsfähig und robust. Er zählt auch zu den Hunden, die gut ein Alter von 16 Jahren und mehr erreichen können. 

Leider gibt es immer noch Züchter, die gewollt sehr kleine Hunde züchten, sogenannte Zwergzuchten. Diese sind aber generell anfälliger für Infektionskrankheiten, leiden oft unter Zahnfehlstellungen, Spaltrachen Atemproblemen und haben empfindliche Augen. Besonders wenn die Augäpfel unnormal hervorquellen (Glubschaugen), haben die Hunde oft tränende und ständig infizierte Augen. 

Diese Krankheiten kommen manchmal bei Chihuahuas vor, werden aber natürlich nicht zur erneuten Zucht zugelassen:

  • Rückwärtsniessen/-atmen
  • Herzklappeninsuffizienz
  • Wasserkopf
  • Patellaluxation
„Eines Tages werde ich auch so gross wie du…fast.“

Mein Fazit ist, dass der Chihuahua eine ganz tolle Rasse ist, aber der Hund und seine Bedürfnisse meistens unterschätzt werden. Er hat genauso eine liebvolle, verantwortungsvolle und respektvolle Haltung verdient, wie jeder andere Hund auch. Ich hoffe, dass er das Schosshündchen-Klischee irgendwann ablegen darf und zeigen kann, wie viel Power und Herz in ihm steckt!

Unser Trail-Champ Mogwai zeigt, wie’s geht! Wir sind super stolz auf unsere kleine Power-Rakete.

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