Trainingstagebuch

Anfangs des neuen Jahres nimmt man sich gerne neue Vorsätze. Wieso diese nicht auch mal auf das Hundetraining beziehen? Vielleicht habt ihr ein spezifisches Problem, an dem ihr schon lange arbeiten wollt oder euer Hund soll etwas Neues lernen. Leider ist es bei solchen Trainingsvorsätzen oft so, dass man sie zwar meistens sogar angeht aber sie irgendwann auch wieder versanden lässt. Schliesslich gibt es viele verschiedene Sachen, die man trainieren soll oder möchte. Und es gibt einige Themen, die wichtig sind, aber auch viel Zeit und regelmässige Wiederholungen benötigen. Wenn euch auch oft der Überblick fehlt, kann ich euch das Anlegen eines Trainingstagebuchs wärmstens empfehlen. Denn damit könnt ihr eure Vorsätze konsequent und strukturiert angehen. Bei uns in der Hundeschule Blickwinkel bekommt jeder ein kleines erstes Trainingsbuch, der nicht im Einzelunterricht ist (diese haben immer individuelle Aufgaben).

Das Blickwinkler Trainingstagebuch

Warum ein Trainingstagebuch?

Übungen definieren: Mit einem Trainingsplan kann man für sich genau festlegen, was man alles trainieren möchte und entsprechend Prioritäten setzen. Dies ist gerade zu Beginn sehr wichtig. Wenn ein neuer Hund einzieht, möchte man am liebsten gleich alles auf einmal trainieren und vieles lässt sich auch gleichzeitig aufbauen. Jedoch sollte gerade in dieser Situation darauf geachtet werden, dass es dem Hund nicht zu viel wird und er auch regelmässig Pausen und Erholungsphasen hat. Hier ist es sinnvoll grundlegende Kommandos und Verhaltensweisen, die man täglich braucht, aber auch Regeln zu festigen, bevor man anfängt „unwichtigere“ Dinge wie Tricks zu üben.

Übungsaufbau: Überlegt euch vor dem Training, wie ihr eure Übung aufbauen möchtet und welche Trainingsschritte dazugehören. Holt euch allenfalls Tipps oder lasst euch von anderen inspirieren.

Noch kurz lesen, was heute trainiert wird.

Überblick behalten: Ein Trainingstagebuch verschafft gerade am Anfang einen Überblick und man kann besser abschätzen, wie viel und was man geübt hat. Zudem gehen mit einem festgelegten Plan keine Einheiten vergessen. Ich zum Beispiel tendiere leider dazu, das Maulkorbtraining zu vernachlässigen. Obwohl es nicht viel braucht. Jeden Tag ein paar Minuten üben und das ganze würde viel besser laufen.

Bequemlichkeit vermeiden: Ein Trainingsplan schützt ausserdem vor Bequemlichkeit. Denn viele Menschen neigen dazu, Dinge die gut laufen oder die der Hund gut kann öfter zu wiederholen als solche, die wirklich Geduld und Arbeit erfordern. Natürlich soll der Hund auch immer wieder Erfolgserlebnisse haben. Ich beende Übungseinheiten gerne mit Tricks, die Mila viel Spass machen und die sie im Schlaf kann. So hören wir mit einem positiven Gefühl auf.

Regelmässigkeit: Mit einem Trainingsplan bringt ihr eine gewisse Regelmässigkeit und Struktur in euer Training. Mit Regelmässigkeit meine ich aber nicht „regelmässig einmal im Jahr“. Lasst euch genügend Freiräume offen, damit man das Training verschieben kann, sollte etwas dazwischenkommen, und es nicht gleich ganz abgesagt werden muss.

Motivation: Anhand des Trainingstagebuchs ist gut ersichtlich, was man alles geleistet und geschafft hat. Das vergisst man nämlich gerne mal. Besonders, wenn etwas nicht so gut läuft. Man darf sich zwischendurch auch mal auf die Schulter klopfen, wenn man etwas geschafft hat. Das motiviert zu weiterem Training.

Vergesst das Training im Alltag nicht.

Aufbau

In einem Trainingstagebuch hält man nicht nur fest, was man wann trainieren möchte, sondern schreibt nach der Einheit auf, wie lange und wie man trainiert hat und wie das Training gelaufen ist. So wird erkennbar, wo die Grenze des Hundes ist. Nicht nur ist ersichtlich, wenn die Übung zu lang war. Man sieht anhand der Einträge auch, sollten sich Fehler im Training einschleichen. Dann nämlich, wenn sich der Trainingszustand nicht verbessert. Rückschritte gehören zum Training dazu. Vielleicht hattet ihr oder euer Vierbeiner einfach einen schlechten Tag. Kommt es allerdings zu keiner Verbesserung oder gar zu einer stetigen Verschlechterung im Training, sollte die Vorgehensweise überarbeitet werden.

Beachten bei der Planung

Wenn ihr jetzt top motiviert seid und es kaum erwarten könnt, Stift und Notizheft hervorzuholen, dann los! Behaltet aber im Hinterkopf, dass jeder Trainingsplan auch individuell angepasst werden darf. Das soll heissen, traut eurem Hund ruhig etwas zu. Seid aber auch nicht traurig, wenn ihr nicht so schnell Fortschritte macht, wie ihr es gerne hättet. Manche Dinge brauchen Zeit. Passt den Plan dem Lerntempo eures Hundes an. Bleibt lieber konsequent dabei, als dass ihr beide bald den Spass verliert, weil ihr frustriert seid. Denn so gerät das Training wieder in Vergessenheit.

Übt auch lieber einmal weniger, wenn ihr oder euer Hund nicht in Stimmung seid, dafür das nächste Mal wieder mit vollem Elan. Bei jungen Hunden empfiehlt es sich, lieber kurze Einheiten zu machen, dafür mehrmals am Tag zu üben.  

Dazu kommt, dass ihr euch unbedingt realistische Ziele setzen solltet um Frust zu vermeiden. Wenn das Training besser läuft als gedacht, macht es mehr Spass den Trainingsplan anzupassen, als wenn ihr euch eingestehen müsst, dass ihr einfach zu viel auf einmal wolltet. Denkt daran, dass etwas, das ihr gelernt habt, auch ab und zu wiederholt und aufgefrischt werden sollte. Zudem müssen Kommandos an verschiedenen Orten generalisiert werden.

Hilfsmittel

Damit ihr vorbereitet ins Training starten könnt, legt alle Utensilien, die ihr dafür braucht bereit. Das motiviert zusätzlich und gibt ein gutes Gefühl.

  • Trainingsplan
  • Leckerli
  • Leckerlitasche
  • Hundepfeife
  • Spielzeug
  • Schleppleine
  • Klicker
  • Übungsspezifische Utensilien (z.B. Markierstab, Apportiergegenstand, Targetscheibe)

Nun steht einem erfolgreichen Training nichts mehr im Weg! Wir freuen uns übrigens immer auf Fotos, Videos oder auch Trainingsinput auf unserer Facebook-Seite „Der Weg zum freundlichen Familienhund“.

Gemeinsam vorbereiten

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