Das perfekte Mantrailgeschirr

«Das passt doch!», «Dieses Geschirr gefällt mir besonders gut!» oder «Wird doch schon passen!». Bei diesen Aussagen fühlt sich wohl der ein oder andere Hundehalter ertappt. 


Doch ist es so einfach, das passende Geschirr für seinen liebsten Vierbeiner zu finden? 
Was gilt es beim Kauf zu beachten?
Spielt bei der Kaufentscheidung die Optik die wichtigste Rolle?

Ich habe es mir mit diesem Blogbeitrag zum Auftrag gemacht, euch etwas zum perfekten Arbeitsgeschirrs des Hundes zu erzählen.

Quelle: Wolfsblick.eu

Aufgabe des Mantrailgeschirrs

Wie schon oft erwähnt, findet beim Mantrailen die Kommunikation zwischen Hundeführer und Hund weitestgehend nonverbal statt. Konkret bedeutet dies, dass Signale grundsätzlich nur über die Leine und dem damit verbundenen Geschirr vom Menschen zum Hund übertragen wird. 

Das Mantrailgeschirr soll also, neben dem Tragekomfort für den Hund, eine straffe Verbindung zwischen Trailleine und Hund bieten.

Anatomie des Hundes

Um zu verstehen, warum ein exakt sitzendes Geschirr so wichtig für die Gesundheit eures Hundes ist, will ich euch nun etwas über die Anatomie des Hundes erzählen.
Die Anordnung der Organe und Knochen im Rumpfbereich ähnelt der des Menschen. Der markanteste Unterschied findet sich wohl darin, dass der Rumpf des Menschen senkrecht und der des Hundes waagerecht ist. 

Guter Sitz des Geschirrs

Wie vorhin erwähnt, sind der menschliche Körper und der des Hundes gar nicht so verschieden. Grundsätzlich lässt sich also festhalten, dass das Tragen eines Geschirrs für den Hund so ist, als würden wir Menschen einen Rucksack tragen. Und genau das stellen wir uns nun vor.

Je nach Situation des Hundes wird also auch unser imaginärer Rucksack schwerer. Genau jetzt fällt uns auf, dass da sehr wohl Unterschiede zwischen sehr günstigen Rucksäcken oder hochpreisigen Rucksäcken existieren. Aber der Reihe nach…

Wir müssen bedenken, dass es Situationen geben kann, in denen unser Hund komplett zurückgehalten werden muss. Was wiederum bedeutet, dass genau in diesem Moment das komplette Eigengewicht auf dessen Schultern lastet. Und genau jetzt wird uns bewusst, was dies für einen Druck auf unsere Schultern darstellen würde. Um die gesamte Situation noch etwas zu zu spitzen, stellen wir uns nun vor, dass unser Eigengewicht nicht in einem hochpreisigen Wanderrucksack verlastet ist, sondern lediglich mit zwei Stricken über unsere Schultern gehängt wird. Da schmerzt mir nur schon bei der Vorstellung die Schulter. 

Ausstattung des Geschirrs

Das optimale Trailgeschirr besitzt eine gepolsterte Schulterpartie ohne Verschlüsse, eine auf die Grösse des Hundes ausgelegte Zugöse zum Einhängen der Leine und bestenfalls einstellbare Gurtbänder um den Bauch. Toll ist es, wenn diese Gurtbänder flexibel einstellbar sind und sich mittels eines Verschlusses öffnen und schliessen lassen. Die Farbe des Geschirrs spielt keine wesentliche Rolle, da Tragekomfort im Vordergrund steht.
Deshalb empfehle ich zusätzlich zum Trailgeschirr eine Leuchtweste für den Hund, da dieser damit optimal sichtbar ist.

Grösse des Geschirrs

Es ist wichtig, dass die Geschirre weder zu gross noch zu klein sind. 

  • Bei zu grossen Geschirren kann es durchaus passieren, dass sich das Geschirr nicht passgenau einstellen lässt und daher während der Arbeit verrutschen kann, was wiederum die Kommunikation zwischen Hundeführer und Hund stören kann. 
  • Bei zu kleinen Geschirren ist das Gegenteil der Fall. Wenn sich die Gurtbänder am Geschirr nicht mehr verlängern lassen, sitzt das Geschirr wohl fest am Körper, jedoch kann dies sehr schnell zu Schürfungen am Bauch oder zum Einschneiden der Gurtbänder führen, womit der Hund danach auch automatisch negative Erfahrungen mit dem Mantrailen verbindet. Dies wiederum führt über kurz oder lang dazu, dass der Hund die Lust am Trailen verliert.

Als Richtwert für die Grösse eines Geschirres gilt:
Passen zwei Finger zwischen Wirbelsäule und Rückenteil des Geschirres, ist es genau richtig eingestellt. Zuviel Luft dazwischen ist ebenso schlecht wie zu wenig.

Quelle: Wolfsblick.eu

Fazit

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich vor allem Y-Führgeschirre sehr gut fürs Mantrailen eignen. Dies weil sich zum einen der Zug der Leine gleichmässig oberhalb der Schultern verteilt und zum anderen der feste Sitz garantiert ist. Grundsätzlich gibt es nicht das eine Richtige. Hunde sind, wie wir Menschen, alles individuelle Lebewesen mit unterschiedlichsten Bedürfnissen. Deshalb ist das passgenaue Anprobieren der Geschirre mit dem Hund unumgänglich. Niemals sollte ein Geschirr ohne Anprobe gekauft werden. 

Wir von der Hundeschule Blickwinkel stehen euch bei der Beratung zum passgenauen Geschirr gerne zur Verfügung.

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