Rasseportrait – Beagle

Der Beagle wird oft als Clown unter den Hunden bezeichnet. Ich finde aber, dass diese Bezeichnung dem viven Kerl nicht gerecht wird. Es steckt weitaus mehr in diesem tollen Vierbeiner. Aber lest selbst.

Aufgepasst, hier kommt ein Energiebündel!

Herkunft

Die Rasse stammt ursprünglich aus Grossbritannien. Man geht heute davon aus, dass der Beagle eine Kreuzung aus dem Talbot (Northern Hound) und Southern Hound ist, und somit französische Urahnen hat. Besonders die Zucht am britischen Königshof hat die Rasse geprägt. Früher hatten die Beagles noch eher ein rauhaariges Fell. Zudem gab es sehr kleine Vertreter der Rasse, die man „Pocket-Beagle“ nannte, weil sie so klein waren, dass sie in eine Tasche passten.

Cuteness overload

Der Beagle ist ein Jagdhund durch und durch. Das ist er bis heute geblieben, auch wenn er immer seltener für diesen Zweck gehalten wird. Aber die Gene lassen sich nicht leugnen. Er wurde für die Hasenjagd gezüchtet und zu Fuss oder vom Pferd aus geführt. Beagle haben immer in Meuten gejagt und wurden dank ihrer Grösse zur Treibjagd eingesetzt. Sie kommen wunderbar durchs Unterholz und können das Wild aufscheuchen.

Eine traurige Seite ist die Tatsache, dass Beagles schon lange als Laborhunde gezielt gezüchtet werden. Da sie gut im Rudel gehalten werden können und dem Menschen gegenüber keine Aggressivität zeigen, müssen sie leider als Versuchstiere für viele Experimente herhalten.

Aussehen

Zugegeben, beim Anblick von Snoopy denke ich nicht gerade an einen Beagle. Dennoch war diese Rasse das Vorbild für die weltbekannte Comic-Figur. Der Beagle zählt schon lange zu den beliebtesten Hunderassen in Europa. Seine mittlere Grösse (zwischen 33cm und 40cm, bis 18kg) macht ihn zum idealen Begleiter. Der Beagle hat einen robusten, kompakten Körperbau, starke Beine und einen kräftigen Kopf. Dennoch wirkt er niemals grob oder bullig. Die Rute wird hochgetragen und hat immer ein weisses Ende. Die Farbpalette variiert von zweifarbig bis trikolor in den Farben braun, schwarz, gelb und rot. Die Grundfarbe ist immer weiss. Der Beagle kann gefleckt und/oder getupft sein. Er hat einen geraden Rücken, grosse, dunkle Augen und runde Schlappohren zum Verlieben. Sein kurzhaariges Fell ist dich, widerstandsfähig und sehr pflegeleicht.

Charakter

Sein Ruf als fröhlicher und freundlicher Hund eilt dem Beagle voraus. Richtig gehalten und anständig erzogen ist er das auch. Der Beagle neigt nicht zu Aggressivität oder Ängstlichkeit und mag sowohl Menschen als auch andere Hunde. Als Jagdhund bringt er einen festen Charakter mit, ist unerschrocken, zäh und zielstrebig. Er ist aufgeweckt, äusserst lebhaft und eifrig – ein richtiges Powerpaket. Seine Intelligenz verwechseln viele mit Sturheit. Doch eigentlich ist der Beagle einfach ein Hund, der, wie jeder andere Hund auch, klare Regeln und eine konsequente, liebevolle Erziehung braucht. Dann zeigt er ein ausgeglichenes Wesen und ist ein treuer Begleiter.

Fertig geruht, auf zu neuen Taten!

Haltung

Einen Beagle zu halten ist trotz seinen positiven Eigenschaften nicht zu unterschätzen. Er ist und bleibt ein Arbeitshund, der eine angemessene Beschäftigung braucht. Seine Energie muss in die richtigen Bahnen gelenkt werden, sonst sucht sich der kreative Vierbeiner selber ein Ventil. Er braucht viel Bewegung und auch regelmässige Kopfarbeit, damit er zufrieden ist. Mantrailing, Fährtensuche, Agility und NADAC sind nur ein Teil von Möglichkeiten, wie man den Hund auslasten kann. Natürlich liegt ihm die Nasenarbeit am meisten und kommt seiner ursprünglichen Berufung am nächsten. Entgegen allen Vorurteilen ist der Beagle ein lernfähiger Hund, der aufmerksam und belastbar ist. Dank seiner sozialen Art ist er ein idealer Familienhund und als Meutehund auch für die Mehrhundehaltung sehr geeignet.

Nase am Boden und die Rute in der Luft, die typische Beagle-Haltung

Gesundheit

Wie schon erwähnt ist der Beagle ein sehr robuster und unkomplizierter Hund. Dennoch gibt es ein paar Erbkrankheiten, für die Beagle anfälliger sein könnten. Natürlich wird in der Zucht stets darauf geachtet, dass diese Krankheiten nicht weitervererbt werden und betroffene Hunde aus der Zucht ausgeschlossen werden.

  • Lafora Epilepsie
  • IGS (Resorptionsstörung)
  • POAG
  • F7-Mangel
  • MLS
  • NCCD

Was zudem bei der Gesundheit des Beagles zu beachten ist, sind die Ohren. Diese sollten regelmässig kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden, da es sein kann, dass zu wenig Luft an die Gehörgänge kommt und so sich Bakterien besser einnisten können. Der Beagle kann bei guter Pflege und Gesundheit zwischen 12 und 15 Jahre alt werden. Ein Laster des süssen Vierbeiners ist das Fressen. Beagle sind oft wahnsinnig verfressen und wissen ihren charmanten Hundeblick gezielt einzusetzen. In Kombination mit zu wenig Bewegung neigt diese Rasse zu Übergewicht. Es gilt also „stark bleiben“, dem Hund zuliebe.

Ich glaube, der Beagle hat den Hundeblick erfunden.

Diese tollen, liebenswürdigen Hund haben ihre Beliebtheit mehr als verdient. In den richtigen Händen mit artgerechter Haltung bringt diese Rasse viel Freude und jede Menge Spass und Action!

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