Gefährliche Lebensmittel

Ich kann mich gut daran erinnern, als mein Hund meine Schokoladenkekse in einem unbeobachteten Moment geklaut und restlos verputzt hat. Zum Glück waren nur noch wenige in der Packung drin und somit die Dosierung zu gering um einen ernsthaften Schaden anzurichten. Dennoch sass der Schock tief!

Bereits Paracelsus hat gesagt, dass nur die Dosis das Gift macht. Natürlich ist das für die meisten Nahrungsmittel zutreffend. Auch in diesem Beitrag werden wir über Produkte berichten, die in geringen Mengen keinen Schaden anrichten. Trotzdem sind sie meiner Meinung nach erwähnenswert.

Der Speiseplan von Hunden kann sehr vielfältig aussehen. Und zugegebenermassen verträgt ein Hundemagen auch so einiges. Doch was ist auch ihm zu viel?

Exkurs Verdauung

Der Hund ist ein sogenannter Schlingfresser. Das heisst, dass er die Nahrung nicht gross kaut, sondern die Happen oft gleich runterschluckt. Im Magen wird dann begonnen, die Nahrung durch die Magensäure aufzuspalten. Hat der Mageninhalt einen bestimmten PH-Wert erreicht, wird die Masse weiter in den Zwölffingerdarm geschoben. Dort werden die Nährstoffe weiter verarbeitet und getrennt. Im Dünndarm werden durch die Darmzotten die ersten Nahrungsbestandteile resorbiert. Die weitere Masse wird dann im Dickdarm noch einmal auf Nährstoffe geprüft. Diese werden auch noch aufgenommen und zusätzlich wird das Wasser entzogen. Was bleibt sind unverdauliche oder überflüssige Bestandteile der Nahrung. Daraus wird dann der Kot.

So schnell ist es passiert. Der Hund verschlingt etwas, das ihm schwer schaden kann.

Diese Erklärung ist stark vereinfacht dargestellt, ist aber wichtig um nachzuvollziehen, wie unsere Hunde „funktionieren“.

Aufgepasst bei diesen Nahrungsmitteln!

Welche Nahrungsmittel können denn nun unseren Hunden gefährlich werden? Die Liste ist unerwartet lang. Denn nicht alles was uns mundet, vertragen unsere Vierbeiner genauso gut. Hier werden die wichtigsten Lebensmittel aufgelistet.

Alkohol

Dass Alkohol ein Gift ist, wissen auch wir Menschen. Natürlich kommt es immer auf die Dosis an. Hunde vertragen Alkohol sehr schlecht, da sie ihn nur langsam abbauen können. So kommt es zu Leberschäden, Erbrechen, Koordinationsstörungen und Atemnot.

Avocado

Die grüne Frucht enthält den Wirkstoff Persin, welcher den Herzmuskel schädigt, was zum Tod führen kann.

Hunde können oft nicht einschätzen, ob etwas schädlich für sie ist.

Birkenzucker

Xylitol oder eben Birkenzucker wird als Süssungsmittel eingesetzt. Bei Hunden bewirkt dieser Stoff einen schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels. Danach sackt der Blutzuckerspiegel sehr schnell ab. Neben Unterzuckerung kann es zu Leberversagen führen. Bereits geringe Dosen können sehr toxisch auf Hunde wirken.

Kaffee

Der Inhaltsstoff Methylxanthin im Kaffee erhöht den Blutdruck, verengt die Blutgefässe und verändert die Reizweiterleitung der Nerven. Bei schweren Fällen kommt es zu einer Koffeinvergiftung, welche lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen hervorrufen kann.

Knochen

Bei Knochen die gegart wurden, besteht eine erhöhte Splittergefahr. Knochensplitter können durch Spitzen und scharfe Kanten Verletzungen wie Gewebsschäden und innere Blutungen im Maul, in der Speiseröhre, im Magen und Darm verursachen. Hühnerknochen sind zudem Röhrenknochen und splittern auch im rohen Zustand.

Besonders Hühnerknochen können gefährlich werden.

Nachtschattengewächse

Tomaten, Kartoffeln und Auberginen enthalten Solanin. Besonders grüne Stellen weisen diesen Stoff in hoher Konzentration auf. Aus diesem Grund sollte man das Gemüse immer gekocht anbieten und die grünen Stellen rausschneiden.

Nüsse

Mit Macademia ist ausgerechnet die „Königin der Nüsse“ für unsere Hunde giftig. Auch Bittermandeln, welche kaum von Süssmandeln unterschieden werden können und auch oft vermischt in einer Verpackung verkauft werden, sind giftig.

Vorsicht geboten ist bei Erdnüssen, Haselnüssen und Schwarznüssen da diese leicht allergische Reaktionen hervorrufen können. Bei den erlaubten Nusssorten empfiehlt sich immer erst ein kleines Stückchen zu füttern und abzuwarten, ob eine Reaktion folgt. Nüsse sollten generell immer nur in kleinen Mengen verfüttert werden, da sie einen hohen Fettanteil aufweisen.

Obstkerne

Steinobst wie Aprikosen, Pflaumen und Kirschen enthalten im Kern Cyanverbindungen, welche im Magen zu Blausäure umgewandelt wird. Diese ist giftig für den Hund. Wird ein Stein zerbissen und geschluckt, gelangen so diese Gifte in den Körper. Eine Folge davon sind zum Beispiel neurologische Störungen. Im „milden“ Verlauf können intakte Steine Verstopfungen auslösen.

Rohe Hülsenfrüchte

Der Stoff Phasin ist in rohen Hülsenfrüchten enthalten und ist weder für Menschen noch für Hunde verträglich. Er verklumpt die roten Blutkörperchen. Beim Kochen wird dieser Stoff eliminiert.

Rohes Schweinefleisch

Ungekochtes Schweinefleisch kann ein Herpes-Virus enthalten, welcher bei unseren Vierbeinern Nerven- und Hirnentzündungen hervorrufen kann. Deswegen sollte Schweinefleisch nur gut gegart zum Verzehr angeboten werden (mind. 60 Grad).

Salz/Gewürze

Salz ist nicht per se giftig. Jedoch sollten Hunde keine gewürzten und gesalzenen Speisen erhalten. Die Nieren werden dadurch unnötig gefordert und besonders für vorbelastete Hunde kann dies gefährlich werden.

Schokolade

Die süsse Leckerei lieben die meisten Menschen. Doch für Hunde kann Kakao, respektive Schokolade schnell gefährlich werden. Theobromin ist der Übeltäter. Menschen können diesen Stoff durch ein Enzym schnell spalten und abbauen. Doch Hunde besitzen dieses Enzym nicht. Somit kommt es zu einer Theobromin-Vergiftung im Körper. Je dunkler die Schokolade, desto mehr Kakao, und damit Theobromin, ist enthalten.

Weintrauben/Rosinen

Was genau Weintrauben oder die getrocknete Form davon, Rosinen, so unverträglich macht, ist bis heute nicht bekannt. Fakt ist aber, dass der Verzehr dieser Frucht den Kalziumwert im Blut ansteigen lässt und damit schwere Nierenschäden nach sich ziehen kann.

Zwiebeln/Knoblauch

Zwiebel- und Lauchgewächse enthalten Sulfide, die die roten Blutkörperchen des Hundes zerstören. Dadurch kommt es zu einer Blutarmut.

Vergiftungssymptome

Sollte der Hund sich trotz allen Vorsichtsmassnahmen doch einmal vergiften, weil er zum Beispiel draussen etwas frisst, das ihm nicht bekommt, ist schnelle Hilfe angesagt. Um eine Vergiftung zu erkennen, solltet ihr diese Symptome unbedingt ernst nehmen.

  • Starker Speichelfluss/Schaumbildung
  • Zittern
  • Apathie
  • Nervosität/Unruhe
  • Schwäche
  • Kreislaufprobleme (bis hin zur Bewusstlosigkeit)
  • Erbrechen
  • Würgen
  • Durchfall
  • Krämpfe
  • Blut im Erbrochenen/Kot/Urin
  • Atembeschwerden
  • Unregelmässiger Herzschlag
  • Neurologische Auffälligkeiten
  • Blasses Zahnfleisch
  • Absinkende Körpertemperatur
  • Runder Rücken (Hinweis auf Schmerzen)
Vergiftete Hund unterkühlen leicht. Deswegen sollte man sie warmhalten.

Erste Hilfe

Bei einer Vergiftung spielt die Reaktionszeit eine entscheidende Rolle. Oft hat man nur wenig Zeit um in einem Ernstfall zu reagieren. Bei Zweifel ist es immer besser den Tierarzt aufzusuchen. Vergiftungen müssen unterschiedlich behandelt werden. Deswegen am besten keine Experimente machen, sondern den Hund einem Tierarzt übergeben. Auf jeden Fall sollte Ruhe bewahrt werden. Ist der Hund schon bewusstlos, bringt man ihn in die stabile Seitenlage. In allen Situationen sollten die Atemwege freigehalten werden. So kann der Hund, falls er erbrechen muss, nicht am Erbrochenen ersticken. Der wiedergegebene Mageninhalt kann auch Aufschluss darüber geben, woran sich der Hund vergiftet hat, falls dies nicht bekannt ist. Erbrechen sollte aber nie erzwungen werden. Zudem sollte der Hund warmgehalten werden bei abfallender Körpertemperatur.

Zu viel Knochen kann zu Verstopfungen führen.

Wie ihr seht, lauern an vielen unerwarteten Orten Gefahren. Deswegen empfehle ich, wenn ihr euch nicht sicher seid, lieber dreimal überprüfen, ob ein Lebensmittel geeignet ist für den Hund.

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